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Anekdoten rund um Laxenburg

Die Geschichte des Conference Center Laxenburg ist eng mit dem kaiserlichen Hof verbunden und dieser ist bis heute in den Räumlichkeiten spürbar. Auch die eine oder andere Erzählung rund um das Conference Center Laxenburg und den Ort Laxenburg sind bis heute in Erinnerung geblieben. Laxenburg ist eine geschichtsträchtige Marktgemeinde und auch die enge Verbindung zum kaiserlichen Hof wurde gerne in den Häusern und Schlössern gezeigt.

Kaum zu glauben, dass…

Kurzgeschichten aus Laxenburg

Das Mittelalter und Laxenburg

Im vermeintlich dunklen Mittelalter ist das Leben in Laxenburg schon so fortschrittlich gewesen, dass man für die Beobachtung der Tiere einen eigenen Platz erbaut hat. Albrecht war nicht nur ein sehr besonnener Herrscher, er war auch vielseitig und fortschrittlich denkend. Er richtete hier, lange vor dem bis heute bestehenden Tiergarten in Schloss Schönbrunn, einen Tiergarten ein. Der Tiergarten umfasste nicht nur Gehege und Käfige für verschiedene Tiergattungen, sondern verfügte auch über einen ansehnlichen Fischweiher. Wichtige erste Studien und umfassende erste Literatur ist hier in Laxenburg entstanden.

Außergewöhnliche Bewohner in Laxenburg

Der außergewöhnlichste Bewohner von Laxenburg im Jahr 1402 war ein Leopard. Das Tier war ein Geschenk der Republik Venedig und wurde unter großem Aufsehen und von 35 starken Männern streng bewacht nach Laxenburg in den Tiergarten gebracht. Die kleine Menagerie war durch die exotische Großkatze besonders attraktiv geworden. An hohen Feiertagen und zur Belohnung durften fortan ausgewählte Persönlichkeiten die Menagerie besuchen.

Die erste Badeanlage in Laxenburg

Die erste kaiserliche Badeanlage wurde in Laxenburg errichtet – es war der sogenannte Badeturm. Ein eigenständiges Bauwerk, das durch eine Brücke mit dem Hauptschloss verbunden war. Das freistehende, isolierte Bauwerk ist also vermutlich das erste Badezimmer in einer herrschaftlichen Schlossanlage gewesen. Wenn man bedenkt, dass in Schloß Schönbrunn erst Kaiserin Zita ein eigenständiges Badezimmer hat einbauen lassen, sieht man, wie fortschrittlich die Errichtung der sanitären Wohneinheit gewesen ist.

Laxenburg im 15. Jahrhundert

Das Schloss Laxenburg galt schon im 15. Jahrhundert als eines der schönsten Bauwerke Europas.
Albrecht hatte durch die Vorliebe für ein häusliches Leben nicht nur der wehrhaften Bauart sein Augenmerk geschenkt. Das Schloss war in seinem Interieur außergewöhnlich und zahlreiche Kunstgegenstände verschönten sämtliche Innenräume. Im Jahre 1438 stattete der Edelmann Pero Tafur, ein hoher Adeliger aus dem fernen Kastilien, Laxenburg einen Besuch ab. Nach Hause hat er berichtet: „Schloss Laxenburg ist ein Haus, eines der prächtigsten, das ich je auf meinen weiten Reisen in der Welt gesehen habe!“

Schlosspark als größter Marktplatz

Der Park von Laxenburg war einmal im Jahr der größte Marktplatz für Rindvieh. Auf kaiserlichen Erlass hin wurden Viehhändler nach Ungarn geschickt, um in großem Stil einzukaufen. Sie trieben die neu erworbenen Herden nach Laxenburg. Am Sonntag nach dem Gottesdienst wurden die Tiere feierlich geweiht und hernach standen die gesunden Ochsen zum Verkauf frei. Die Käufer kamen für diese berühmten Märkte von weit her, denn sie hatten einen besonders guten Ruf. Man musste allerdings in großem Stil einkaufen. Die neuen Besitzer trieben ihre Tiere dann in kleinen Einheiten von etwa 50 Stück in Richtung Alpenvorland.

Verzicht auf Spanien

Der mächtige Kaiser Karl VI, der Vater der späteren Kaiserin Maria Theresia, hatte in Laxenburg auf seinen Herrschaftsanspruch in Spanien verzichtet. Man muss sich vorstellen, was das bedeutet hat: Spanien war nicht nur ein sehr großes Land, es war auch reich und verfügte über enorme Bodenschätze. Dabei hatte Kaiser Karl VI alles so gut vorbereitet. Die sogenannte pragmatische Sanktion hätte die Thronfolge für seine Tochter sichern sollen. Doch nicht alle haben sich an ihre Versprechen gehalten. Und so musste der betagte Herrscher im Alten Schloss von Laxenburg schweren Herzens akzeptieren, dass die Vorherrschaft in Spanien nun ein Ende hatte. Ein trauriger Höhepunkt im Jahre 1725.

Das Schloss ohne Ohren

Früher hat man Schloss Laxenburg „das Schloss, in dem die Wände keine Ohren haben“ genannt. Kaiser Josef II hat seinen Neffen Franz im Jahre 1784 zu einer streng geheimen Besprechung in Laxenburg getroffen. Laxenburg galt von jeher als besonders verschwiegener Ort. Der kinderlose Josef II hatte beschlossen, seinen in Florenz lebenden Neffen an den österreichischen Hof zu holen und ihn als eine Art Kaiserlehrling zu seinem Nachfolger heranzubilden. Diese historisch nachhaltige Entscheidung hat der spätere Kaiser FranzII/I in Laxenburg erfahren. Ab diesem Zeitpunkt war sein Leben ein Neues.

Errichtung des neuen Schlosses

Eine junge Frau, nämlich Kaiserin Maria Theresia, hat das neue Schloss Laxenburg erbauen lassen. Das gestückelte Alte Schloss war schon seit langem viel zu klein und die Raumaufteilung nicht mehr adäquat. Deshalb ließ die innovative Monarchin systematisch alle Häuser gegenüber der Pfarrkirche aufkaufen und Platz für einen Neubau schaffen. Unter diesen Häusern befand sich auch der sogenannte Blaue Hof, er wurde auch namensgebend für den bis heute erhaltenen Schlossbau.

Der Hofarchitekt

Der berühmte Hofarchitekt Nicolo Pacassi wurde mit der Errichtung des neuen Blauen Hof beauftragt. Pacassi war ein Superstar seiner Zeit! Seine Ideen galten als bahnbrechend, innovativ und international. Er errichtete in Laxenburg ein einzigartiges Schloss, das alle Besucher begeistert hat. Nie mehr wieder sollte ein Besucher von Laxenburg abreisen und nicht über die Herrlichkeit der habsburgischen Schlösser berichten.

Die erste Pendlerin

Es gab eine schnurgerade Verbindungsstraße von Laxenburg bis nach Schönbrunn, die oft täglich von niemand Geringerem als Ihrer Majestät Kaiserin Maria Theresia genutzt wurde. Man hat die bauliche Verbindung der wichtigsten Residenzen deshalb so rasch geschaffen, weil Kaiserin Maria Theresia gerne wochenlang in Laxenburg residierte und zu Besprechungen mit der Kutsche nach Schönbrunn reisen musste. So waren Sitzungen des Staatsrates zum Beispiel der Grund für eine kaiserliche Pendlerreise. Später ist Maria Theresia dazu übergegangen, Audienzen auch in Laxenburg abzuhalten. Ihre liebsten Audienzen erteilte sie „en plein aire“ – an der frischen Luft.

Das Schlosstheater

Laxenburg hat mehr Premieren geboten, als jedes andere Theater seiner Zeit! Die Aufzeichnungen vom Sommer 1755 erzählen, dass im Schlosstheater Laxenburg in nur drei Wochen, also an 21 Abenden, insgesamt 16 Stücke dargeboten wurden. Dabei war das bevorzugte Genre die französische Komödie. Das erlauchte Publikum war mehr als erfreut und wurde auch regelmäßig zum Mitspielen und Mitsingen eingeladen. Wenn man den unglaublichen Aufwand von nur einer Darbietung bedenkt (Ensemble, Kostüme, Bühnenbilder, Requisiten, Proben, Versorgung und Verköstigung der Mitwirkenden), kann man erahnen, welchen Stellenwert die unterhaltende Kunst am Hof hatte. Enorme Summen wurden dafür ausgegeben.

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